Aus aktuellem Anlass: Hintergrund-Informationen zum Bayerischen PAG + zu erweiterten DNA-Analysen

Da uns aufgrund der von Bayern geplanten Einführung erweiterter DNA-Analysen zur Gefahrenabwehr derzeit zahlreiche Medienanfragen erreichen, möchten wir Sie hier auf weiterführende Informationen zum Thema hinweisen, welches mehrere hochkomplexe Teilaspekte umfasst – sowohl in Bezug auf die naturwissenschaftlichen und technologischen Grundlagen, als auch in Bezug auf die Praxisanwendung im Kontext von kriminalpolizeilichen Ermittlungen und die straf-, verfassungs- und datenschutzrechtlichen Fragen, die damit aufgeworfen werden.

INFORMATIONEN ZUM NEUEN BAYERISCHEN POLIZEIAUFGABENGESETZ (PAG)
Zum Bayerischen Polizeiaufgabengesetz, welches neben der geplanten Einführung erweiterter DNA-Analysen noch zahlreiche weitere polizeiliche Befugnis-Erweiterungen vorsieht, gibt es bisher nur wenige ausführlichere Medienbeiträge:

Die aktuelle Stellungnahme des Netzwerks Datenschutzexpertise zum Gesetzentwurf der Bayerischen Staatsregierung zur Neuordnung des bayerischen Polizeirechts (PAG-Neuordnungsgesetz) finden Sie hier: https://www.netzwerk-datenschutzexpertise.de/dokument/polizeiliche-dna-analysen

Die Position unserer Wissenschaftsinitiative zum PAG finden Sie hier: https://stsfreiburg.wordpress.com/1-4-kommentar-zur-aktuellen-stellungnahme-des-netzwerkes-datenschutzexpertise-zum-neuen-polizeiaufgaben-gesetz-in-bayern/

SCHNELLER ZUGANG ZUM THEMA ERWEITERTE DNA-ANALYSEN IN DER FORENSIK
Auf unserer Website finden Sie sowohl eine Rubrik mit ausgewählten journalistischen und populärwissenschaftlichen Beiträgen, die einen schnellen Zugang zum Thema erweiterte DNA-Analysen in der Forensik erlauben, wie auch Rubriken mit wissenschaftlicher Fachliteratur zu einzelnen Teilaspekten:

https://stsfreiburg.wordpress.com/links/

Da besonders viele Rückfragen zur sogenannten „biogeographischen Herkunftsanalyse“ und zu konkreten Anwendungsbeispielen kommen, hier eine Zusammenstellung einschlägiger Publikationen von Mitgliedern unserer Initiative:

  • Lipphardt V (21.09.2017): Gefahr der Ungenauigkeit. Die Bestimmung der „Biogeographischen Herkunft“ – eine voraussetzungsreiche Methode. Tagesspiegel Causa. Link
  • Lipphardt A (19.09.2017): DNA-Analyse und Diskriminierung: Diskriminierungseffekte erweiterter DNA-Analysen im polizeilichen Einsatz. Tagesspiegel Causa. Link
  • Lipphardt A (September 2017): Das Phantom von Heilbronn. Freispruch 11: 8-12. Link
  • Momsen C (September 2017): DNA-Phenotyping und Racial Biases. Freispruch 11: 20-21. Link
  • Momsen C (24.07.2017): Erweiterte DNA-Analyse zur Fahndung nach Tätern: Vorurteile werden zur Ermittlungsgrundlage. Tagesspiegel Causa. Link.
  • Pfaffelhuber P (September 2017): Hohe Wahrscheinlichkeiten? Freispruch 11: 18-19. Link
  • Weitz S u. Buchanan N (September 2017): Eine Technologie der Angstkultur. Freispruch 11: 13-17. Link

Zur aktuellen wissenschaftlichen Diskussion der Wahrscheinlichkeitsangaben beim DNA Phenotyping (Augen-, Haar-, Hautfarbe) lesen Sie bitte folgende Einträge:

  • Caliebe A, Krawczak M, Kayser M. 2017. Predictive values in Forensic DNA Phenotyping are not necessarily prevalence-dependent. Forensic Science International: Genetics. Link
  • Buchanan N, Staubach F et al. 2018. Forensic DNA Phenotyping Legislation Cannot be Based on “Ideal FDP”—A Response to Caliebe, Krawczak & Kayser (2017). Forensic Science International: GeneticsLink
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